Mit
einem Punkt zufrieden
"Mit
dem Punkt wäre doch alles in Ordnung", zitterte FCG-Abteilungsleiter
Hans Anderl und sehnte den Schlusspfiff herbei. Lautstark versuchte er von
der Seitenlinie aus Einfluss zu nehmen, als der Gastgeber SV Türk Gücü
München die letzten beiden Minuten nochmals mächtig Druck machte.
Anderls Flehen wurde erhöht, denn letztlich endete die Landesliga-Partie
im Münchner Dantestadion mit 1:1 (1:0) und seine Kicker bleiben damit in
der Saison 2000/2001 auch nach drei Spielen unbesiegt.
Die
Laune des Gundelfinger Fußball-Boss war dementsprechend gut. "Eine
tolle kämpferische Leistung bei tropischen Temperaturen", sprudelte
es aus Hans Anderl heraus, nachdem er zu Beginn der Partie ganz entgegen
seiner Art sehr ruhig war. "Wir sind noch gar nicht im Bilde",
lautete sein Urteil nach 15 Minuten und dabei sah er sich an das Derby vom
letzten Mittwoch erinnert, als sich der FCG beim 3:2 gegen den SC
Bubesheim so schwer getan hatte. Und auch diesmal lagen die Gundelfinger
schnell zurück, als nach vier Minuten Süleyman Tasdemir mit einem
Freistoß erfolgreich war. Die Crux daran: der Freistoß war weder genial
ausgeführt noch sonderlich platziert getreten. Gefährlich wurde der Ball
erst, als zwei Türken-Kicker FCG-Keeper Markus Vogele irritierten und so
das Spielgerät direkt in den Maschen landete (4.).
Und
weil die Türk-Gücü-Angreifer Charles Onumajuru und Cacao ihr
technisches Können und die Schnelligkeit immer wieder unter Beweis
stellten, wurde es Hans Anderl in der Folge Angst und Bange. Bis etwa zur
30. Minute, denn dann wendete sich das Blatt. Die FCG-Abwehr hatte sich
gefestigt, Peter Schmid auf der rechten und Torjäger Thomas Jahn auf der
linken Abwehrseite sorgten für mehr Ruhe und dann kam noch die große
Ausgleichschance. Uwe Raßbichler, seit Wochen in Topform, war von Oliver
Aunkofer freigespielt worden, doch Raßbichler scheiterte am bis dato
beschäftigungslosen Türken-Keeper Daniel Weber. Am Ausgleich nach 50
Minuten war der diesmal von Stefan Anderl freigespielte Uwe Raßbichler
ganz dick beteiligt. Diesmal spielte der kleine Flitzer Torhüter Weber
aus und scheiterte am Aluminium, im Nachsetzen war dann "Joker"
Thomas Mödinger zur Stelle und drückte die Kugel dorthin, wo sie hin
soll, nämlich über die Linie.
"Wir
spielen ruhig weiter und warten auf unsere Chance. Die kommt
bestimmt", hatte Stefan Anderl, Spielertrainer des FCG, seinen Schützlingen
in der Halbzeit mit auf den Weg gegeben. Mit dem 1:1 hatte sich dies
schnell bewahrheitet - und die Grün-Weißen blieben am Drücker. "Türk
Gücü hat in der zweiten Halbzeit keine Chance mehr gehabt", resümierte
Abteilungsleiter Hans Anderl, der dann auch die spannende Schlussphase
heil überstand.