FC 1920 Gundelfingen
Verein für Leibesübungen e. V.

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Der Neuaufbau und die Zeit der Pokaltriumphe
(1945 bis 1955)

1945
Nur langsam beginn sich das Leben nach dem Krieg wieder zu normalisieren. Nach und nach kehren zwar nicht alle noch lebenden, aber doch einige Stützen der Vorkriegself aus der Gefangenschaft zurück. Sofort wird bei der Besatzungsmacht die Spielgenehmigung beantragt und am 26. August im ersten Spiel nach dem Krieg der FC Lauingen mit 6:2 geschlagen. Vorläufig besteht noch kein Sportverband, sodass nur Freundschaftsspiele ausgetragen werden können.

Im ersten Nachkriegsspiel gewinnt der FCG das 49. Derby gegen den FC Lauingen mit 6:2: stehend von links E. Haas, Schretzmair, Michl, Flemisch, M. Wengenmayr, knieend Fröhlich, Hartl, G. Bamberger, liegend K. Brendle, Krug, R. Brendle

38 Mitglieder besuchen am 22. September die außerordentliche Mitgliederversammlung im „Adler“. Der Mitgliederstand beträgt 119, davon sind 42 noch in Gefangenschaft, 28 sind gefallen und fünf werden vermisst. Die Kasse hat mit 1150 RM einen „Rekordstand“.

Nach den seinerzeitigen Verhältnissen konnte der amtierende Vorstand Hermann Gartner sein Amt nicht mehr ausüben. Für ihn wird Walter Hopf gewählt. Es wird eine Aktion zur Mitgliederwerbung beschlossen, der Beitrag auf 1 RM pro Vierteljahr festgesetzt.

Zur Feier des 25-jährigen Jubiläums am 29. und 30. September wird in bescheidenem Rahmen ein Kameradschaftsabend im „Adler“ abgehalten, bei dem die Fußballkameraden des BC Augsburg anwesend sind, von denen man sich in einem Freundschaftsspiel 2:2 trennt.

Das Bayerische Kultusministerium erlässt am 17. Dezember Bedingungen für die Neuzulassung von Vereinen.

1946
Der Bayerische Landes-Sportverband, Spart Fußball, meldet sich am 15. Januar mit dem Rundschreiben Nr. 1 zu der neuen Sportorganisation. Am 10. Februar soll mit Verbandsspielen für die 2. und 3. Klasse begonnen werden. Bei den angesetzten Qualifikationsspielen zur 1. Schwäbischen Liga wird die Mannschaft nur Letzter und muss daher die Verbandsrundein der 2. Liga beginnen. Die 1. Jugend holt sich dagegen ungeschlagen die Nordschwäbische Meisterschaft.

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 23. März wird Peter Ziegler zum Vorstand gewählt, die von Sportkamerad Hartl erarbeitete Satzung findet einstimmige Zustimmung. Der Tischtennissport leidet unter dem Mangel an Bällen. Die Gründung einer Handballabteilung wird beschlossen, die ausschließlich von Damen repräsentiert wird. Der Verein hat fast 250 Mitglieder und 2.000 RM in der Kasse. Ein weiteres Fusionsangebot wird vom TV abgelehnt.

Ein Freundschaftsspiel vor 1500 Zuschauern findet an Ostern gegen 1860 München statt, den "Deutschen Pokalsieger 1942", und endet mit einer 1:10-Niederlage.

Der Antrag auf Zulassung des von der Militärregierung bereits genehmigten FC Gundelfingen wird am 18. Mai an das Landratsamt überreicht. Der Antrag muss auch in englischer Sprache abgefasst werden.

Die Handballabteilung stellt im August auch eine Männermannschaft auf.

Beginn der Verbandsspiele am 22. September mit dem Ziel der Meisterschaft und Aufstieg in die 1. Liga. Die lettischen Altinternationalen Berzins als Trainer und Lasdinsch als Torwart verstärken die Grün-Weißen und mit dem weiteren Neuzugang Haslinger holt der FCG die Nordschwäbische Meisterschaft.

1947
Gründung einer Schachabteilung am 13. Januar, Etablierung einer Theatergruppe.

Mit einem 6:1-Sieg am 27. April über den TSV Göggingen wird man erstmals Schwäbischer Pokalsieger. Vorher gewann der stark ersatzgeschwächte FC, u. a. spielte der Jugendspieler Edelbert Reile jun. mit einer Sondergenehmigung, bei der TSG Augsburg im Halbfinale mit 1:0. Die Augsburger waren seinerzeit ein Spitzenverein der Landesliga.

6:1-Sieg im schwäbischen Pokalfinale 1947 gegen den TSV Göggingen und erster Pokalsieg für die Fußballer (von links): Lasdinsch, Haslinger, E. Haas, K. Wegele, Pfab, Seehof, Hartl, Nagler, Helfrich, Fröhlich, Flemisch

In der Generalversammlung am 5.7. übernimmt Gustav Schöneborn den Vereinsvorsitz, da Peter Ziegler in seine Wahlheimat Italien zurückkehrt.

Eine neue Satzung wird beschlossen. 25 Mitglieder befinden sich noch in Kriegsgefangenschaft.

Die Vorstandsmitglieder müssen beim Landratsamt ihre Spruchkammerbescheide, der  Verein eine Vermögensaufstellung vorlegen, damit die Lizenzierung erfolgen kann. Das Anlagevermögen beträgt 1.630 RM, das Umlaufvermögen1.492 RM.

Meisterschaftsfeier der 1. Mannschaft und Wiedersehensfeier der Gründungsmitglieder im August. Startschuss in die Kreisliga-Meisterschaftsrunde am 7. September, die bei Halbzeit mit einem hervorragenden dritten Platz abgeschlossen wird.

Für die Sparte Leichtathletik wird ein Spartenleiter gesucht. Für die vom FC neu eingeführte Damen-Gymnastik soll eine Zusammenarbeit mit dem TV angestrebt werden. Das beschließt eine Versammlung am 31. Oktober.

1948
Der Antrag auf Angliederung einer Boxabteilung kann nicht verwirklicht werden. Die Theatergruppe mit Fred Hartl, Erwin Haas, Franz Pickl, Behringer Xaver und der unvergessenen "Sonnenwirts-Pepi" strapaziert mit dem "Brandnerkaspar" und den "3 Eisbären" die Lachmuskeln der Gundelfinger.

Das gesellschaftliche Leben beginnt wieder richtig: Faschingsball 1948 in der dekorierten Turnhalle.

Beratung am 20. Februar über den Bau einer Umkleidekabine am Sportplatz. Hermann Gartner sieht als größtes Hindernis für den Bau die Beschaffung des Bauholzes. Der Mitgliederstand beträgt 352.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung am 11. Juni beschließt eine Erweiterung des Sportplatzes und den Bau von Umkleideräumen. Dies ist  der Startschuss für eine über 40 Jahre anhaltende Bautätigkeit zur Schaffung einer herrlichen Vereinsanlage. Zuvor hat der neugewählte Stadtrat mit einem langfristigen Erbbaurechtsvertrag den Weg frei gemacht. Auch die Währungsreform kann das Vorhaben nicht bremsen, denn Ende August sind die bestehenden Höhenunterschiede von fast einem Meter ausgeglichen, 10.000 Quadratmeter wurden unter Leitung von Jakob Herzog planiert und neu angesät. Nebenbei musste die "Asylwiese" als Ausweichplatz eingerichtet werden. Der Umbau der Sportanlage verursacht gewaltige Kosten. So beschließt der Vereinsausschuss am 30. Juli 1948, also kurz nach der Währungsreform, zur Deckung der Kosten eine Spendenliste aufzulegen.

Letztes Spiel am 13. Juni auf dem alten und von Gegnern gefürchteten Sportplatz am Pflanzgarten. In der Meisterschaftsrunde hat die 1. Mann

In der Generalversammlung am 24. Juli werden Hermann Gartner Gartner, Hans Gräbner, Karl Hopf, Karl Lerch, Edelbert Reile sen., Xaver Schretzmair, Georg Schwarz, Hans Seeßle, Karl Wahl und Peter Ziegler aufgrund besonderer Verdienste zu Ehrenmitgliedern ernannt.

1949
Die FC-Bälle werden in der herrlich dekorierten Turnhalle zu Höhepunkten des Gundelfinger Faschings.

Theo Flemisch unterrichtet am 1. April den Vereinsausschuss über den Stand der Ausbauarbeiten an der Sportanlage und überbringt die erfreuliche Nachricht, dass dafür vom Bayerischen Fußballtoto ein Zuschuss von 3.000 DM genehmigt wurde.

Das am 24. April 1949 in Günzburg ausgetragene Pokalspiel endet nach Verlängerung 2:2 und wird am 15. Mai nun auf dem neuen Waldsportplatz wiederholt. Der FC Gundelfingen zieht mit einem glänzenden 6:2-Sieg ins Schwäbische Pokalendspiel ein.

Am 22. Mai schlägt der FCG den TSV Sonthofen in Augsburg 2:1 und wird im Vorspiel zu dem Oberligaspiel BCA - VfB Stuttgart vor 20.000 Zuschauern zum zweiten Mal Schwäbischer Pokalsieger.

Zweiter schwäbischer Pokalsieg der Fußballer durch das 2:1 gegen den TSV Sonthofen vor 20.000 Zuschauern. Von links (stehend) Vorsitzender Schöneborn, Schleicher, Nagler, Betreuer Rohrmeier, E. Haas, Haslinger, K. Wegele, Reile, Flemisch sowie (vorne) Elbls, Glaser, Wengenmayer und Pfab

Mit einer Energieleistung wird in Kottern mit einem 3:3 der Klassenerhalt gesichert.

Sportkamerad Gerr wird am 29. Juli zum 1. Vorsitzenden gewählt, da Schöneborn aus beruflichen Gründen Gundelfingen verlässt.

Die Mitglieder gedenken des verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden Peter Ziegler.

Der 1. Bauabschnitt, Neuanlage des Spielfeldes, kann durch die Unterstützung der Gönner, 5000 freiwilliger Arbeitsstunden von Mitgliedern und dem Toto-Zuschuss abgeschlossen werden. Der 2. Teil, Bau des Clubheimes mit Wasch- und Umkleideräumen, soll bis zum 30-jährigen Jubiläum unter Dach und Fach gebracht werden.

Vorstand Gerr legt aus beruflichen Gründen am 8. November sein Amt nieder. Hermann Gartner übernimmt als 2. Vorsitzender die Geschäfte des Vereins.

1950
Fertigstellung des neuen Clubhauses aus Holz, das bei allen Bewunderung hervorruft, obwohl es ohne Stromanschluss und Duschen, aber mit Wasser-Handpumpe und Petroleumleuchte ausgestattet ist.

An Pfingsten (27./28. Mai) offizielle Einweihung des Clubhauses, verbunden mit dem 30-jährigem Vereinsjubiläum und erstmals in der Vereinsgeschichte mit ausländischen Gästen, dem Schweizer Nationalliga-Club FC Wil St. Gallen. Großer Bunter Abend in der Turnhalle.

Hermann Gartner, Gründungsmitglied und der große Gönner des Vereins, wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Gründungsmitglied Hermann Gartner wird wegen seiner großen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt

1951
Am 21. Juli wird Josef Müller zum Vorsitzenden gewählt. Theo Flemisch übernimmt auch das Traineramt. Am 23. September sind die Fußballer erstmals Tabellenführer der II. Amateurliga. Die 1b-Mannschaft gewinnt zum zweiten Mal den Manz-Pokal. Die TT-Herren spielen in Schwabens höchster Klasse.

Einen weiteren Totozuschuss in Höhe von 1.800 DM gibt´s für den Ausbau des Sportplatzes.

1952
Hermann Strauß
wird Vorsitzender. Schorsch Burger kommt als Spielertrainer nach Gundelfingen. Mit ihm setzt der Verein, nach den großen Namen Haslinger und Schleicher, auf den eigenen Nachwuchs.

1953
In der Meisterschaftsrunde wird der 5. Platz erreicht.

Die 1. Mannschaft (stehend von links): Abteilungsleiter Theo Flemisch, Heinz Müller, Alfred Hitzler, Adolf Mayer, Walter Haas, Kurt Wiedemann, Kurt Jahn, Siegfried Eberle, Karl Wegele sowie (vorne von links) Ernst Rucker, Benno Mayer und Erich Renner.

1954
Am 2. Mai findet das Kreisauswahlspiel Nord- gegen Südschwaben in Gundelfingen statt.

In der Generalversammlung am 27. Mai wird die Satzung geändert, damit weitere BLSV-Mittel beantragt werden können. Der Jahresbeitrag wird von 6 auf 8 DM erhöht. Der Verein hat 307 Mitglieder.

Otto Bucher wird in einer außerordentlichen Generalversammlung am 26. Juni zum Vereinsvorsitzenden, Theo Flemisch zum Spielleiter gewählt. Hermann Strauß ist zurückgetreten, weil in seiner Amtszeit kein Spielleiter gefunden worden war. Weiterhin wird die Angliederung einer Fechtgemeinschaft beschlossen und der Anschluss der Peterswörther Fußballer genehmigt. Die Waldsportanlage wird für den Schulsport zur Verfügung gestellt.

1955
Mit einem 2:0-Sieg gegen Bad Wörishofen in Krumbach wird die erste Mannschaft am 3. Juli zum 3. Mal Schwäbischer Pokalsieger.

Schwäbischer Pokalsieger 1955: Hinten von links Georg Burger, Horst Jöckel, Josef Elbl, Ernst Rucker, Ludwig Müller und Spielleiter Theo Flemisch, Mitte Otto Vranetzki, Hugo Wahl und Kurt Wiedemann sowie vorne Alfred Hitzler, Benno Mayer und Siegfried Eberle