|
|
Der Neuaufbau und die
Zeit der Pokaltriumphe 1945
38 Mitglieder besuchen am 22. September die außerordentliche
Mitgliederversammlung im „Adler“. Der Mitgliederstand beträgt 119, davon
sind 42 noch in Gefangenschaft, 28 sind gefallen und fünf werden vermisst. Die
Kasse hat mit 1150 RM einen „Rekordstand“. Nach den seinerzeitigen Verhältnissen konnte der
amtierende Vorstand Hermann Gartner sein Amt nicht mehr ausüben. Für ihn wird Walter
Hopf gewählt. Es wird eine Aktion zur Mitgliederwerbung beschlossen, der
Beitrag auf 1 RM pro Vierteljahr festgesetzt. Zur Feier des 25-jährigen Jubiläums am 29. und
30. September wird in bescheidenem Rahmen ein Kameradschaftsabend im „Adler“
abgehalten, bei dem die Fußballkameraden des BC Augsburg anwesend sind, von
denen man sich in einem Freundschaftsspiel 2:2 trennt. Das Bayerische Kultusministerium erlässt am 17.
Dezember Bedingungen für die Neuzulassung von Vereinen. 1946 In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung
am 23. März wird Peter Ziegler zum Vorstand gewählt, die von
Sportkamerad Hartl erarbeitete Satzung findet einstimmige Zustimmung. Der
Tischtennissport leidet unter dem Mangel an Bällen. Die Gründung einer
Handballabteilung wird beschlossen, die ausschließlich von Damen repräsentiert
wird. Der Verein hat fast 250 Mitglieder und 2.000 RM in der Kasse. Ein weiteres
Fusionsangebot wird vom TV abgelehnt. Ein Freundschaftsspiel vor 1500 Zuschauern findet
an Ostern gegen 1860 München statt, den "Deutschen Pokalsieger 1942",
und endet mit einer 1:10-Niederlage. Der Antrag auf Zulassung des von der Militärregierung
bereits genehmigten FC Gundelfingen wird am 18. Mai an das Landratsamt überreicht.
Der Antrag muss auch in englischer Sprache abgefasst werden. Die Handballabteilung stellt im August auch eine Männermannschaft
auf. Beginn der Verbandsspiele am 22. September mit dem
Ziel der Meisterschaft und Aufstieg in die 1. Liga. Die lettischen
Altinternationalen Berzins als Trainer und Lasdinsch als Torwart verstärken die
Grün-Weißen und mit dem weiteren Neuzugang Haslinger holt der FCG die Nordschwäbische
Meisterschaft. 1947 Mit einem 6:1-Sieg am 27. April über den TSV Göggingen
wird man erstmals Schwäbischer Pokalsieger. Vorher gewann der stark
ersatzgeschwächte FC, u. a. spielte der Jugendspieler Edelbert Reile jun. mit
einer Sondergenehmigung, bei der TSG Augsburg im Halbfinale mit 1:0. Die
Augsburger waren seinerzeit ein Spitzenverein der Landesliga.
In der Generalversammlung am 5.7. übernimmt Gustav
Schöneborn den Vereinsvorsitz, da Peter Ziegler in seine Wahlheimat Italien
zurückkehrt. Eine neue Satzung wird beschlossen. 25 Mitglieder
befinden sich noch in Kriegsgefangenschaft. Die Vorstandsmitglieder müssen beim Landratsamt
ihre Spruchkammerbescheide, der Verein
eine Vermögensaufstellung vorlegen, damit die Lizenzierung erfolgen kann. Das
Anlagevermögen beträgt 1.630 RM, das Umlaufvermögen1.492 RM. Meisterschaftsfeier der 1. Mannschaft und
Wiedersehensfeier der Gründungsmitglieder im August. Startschuss in die
Kreisliga-Meisterschaftsrunde am 7. September, die bei Halbzeit mit einem
hervorragenden dritten Platz abgeschlossen wird. Für die Sparte Leichtathletik wird ein
Spartenleiter gesucht. Für die vom FC neu eingeführte Damen-Gymnastik soll
eine Zusammenarbeit mit dem TV angestrebt werden. Das beschließt eine
Versammlung am 31. Oktober. 1948
Beratung am 20. Februar über den Bau einer
Umkleidekabine am Sportplatz. Hermann Gartner sieht als größtes Hindernis für
den Bau die Beschaffung des Bauholzes. Der Mitgliederstand beträgt 352. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung am 11.
Juni beschließt eine Erweiterung des Sportplatzes und den Bau von Umkleideräumen.
Dies ist der Startschuss für eine
über 40 Jahre anhaltende Bautätigkeit zur Schaffung einer herrlichen
Vereinsanlage. Zuvor hat der neugewählte Stadtrat mit einem langfristigen
Erbbaurechtsvertrag den Weg frei gemacht. Auch die Währungsreform kann das
Vorhaben nicht bremsen, denn Ende August sind die bestehenden Höhenunterschiede
von fast einem Meter ausgeglichen, 10.000 Quadratmeter wurden unter Leitung von
Jakob Herzog planiert und neu angesät. Nebenbei musste die
"Asylwiese" als Ausweichplatz eingerichtet werden. Der Umbau der
Sportanlage verursacht gewaltige Kosten. So beschließt der Vereinsausschuss am
30. Juli 1948, also kurz nach der Währungsreform, zur Deckung der Kosten eine
Spendenliste aufzulegen. Letztes Spiel am 13. Juni auf dem alten und von
Gegnern gefürchteten Sportplatz am Pflanzgarten. In der Meisterschaftsrunde hat
die 1. Mann In der Generalversammlung am 24. Juli werden Hermann
Gartner Gartner, Hans Gräbner, Karl Hopf, Karl Lerch, Edelbert Reile sen.,
Xaver Schretzmair, Georg Schwarz, Hans Seeßle, Karl Wahl und Peter Ziegler
aufgrund besonderer Verdienste zu Ehrenmitgliedern ernannt. 1949 Theo Flemisch unterrichtet am 1. April den
Vereinsausschuss über den Stand der Ausbauarbeiten an der Sportanlage und überbringt
die erfreuliche Nachricht, dass dafür vom Bayerischen Fußballtoto ein Zuschuss
von 3.000 DM genehmigt wurde. Das am 24. April 1949 in Günzburg ausgetragene
Pokalspiel endet nach Verlängerung 2:2 und wird am 15. Mai nun auf dem neuen
Waldsportplatz wiederholt. Der FC Gundelfingen zieht mit einem glänzenden
6:2-Sieg ins Schwäbische Pokalendspiel ein. Am 22. Mai schlägt der FCG den TSV Sonthofen in
Augsburg 2:1 und wird im Vorspiel zu dem Oberligaspiel BCA - VfB Stuttgart vor
20.000 Zuschauern zum zweiten Mal Schwäbischer Pokalsieger.
Mit einer Energieleistung wird in Kottern mit einem
3:3 der Klassenerhalt gesichert. Sportkamerad Gerr wird am 29. Juli zum 1.
Vorsitzenden gewählt, da Schöneborn aus beruflichen Gründen Gundelfingen verlässt.
Die Mitglieder gedenken des verstorbenen ehemaligen
Vorsitzenden Peter Ziegler. Der 1. Bauabschnitt, Neuanlage des Spielfeldes,
kann durch die Unterstützung der Gönner, 5000 freiwilliger Arbeitsstunden von
Mitgliedern und dem Toto-Zuschuss abgeschlossen werden. Der 2. Teil, Bau des
Clubheimes mit Wasch- und Umkleideräumen, soll bis zum 30-jährigen Jubiläum
unter Dach und Fach gebracht werden. Vorstand Gerr legt aus beruflichen Gründen am 8.
November sein Amt nieder. Hermann Gartner übernimmt als 2. Vorsitzender die
Geschäfte des Vereins. 1950 An Pfingsten (27./28. Mai) offizielle Einweihung
des Clubhauses, verbunden mit dem 30-jährigem Vereinsjubiläum und erstmals in
der Vereinsgeschichte mit ausländischen Gästen, dem Schweizer
Nationalliga-Club FC Wil St. Gallen. Großer Bunter Abend in der Turnhalle. Hermann Gartner, Gründungsmitglied und der große
Gönner des Vereins, wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
1951 Einen weiteren Totozuschuss in Höhe von 1.800 DM
gibt´s für den Ausbau des Sportplatzes. 1952 1953
1954 In der Generalversammlung am 27. Mai wird die
Satzung geändert, damit weitere BLSV-Mittel beantragt werden können. Der
Jahresbeitrag wird von 6 auf 8 DM erhöht. Der Verein hat 307 Mitglieder. Otto Bucher wird in einer außerordentlichen
Generalversammlung am 26. Juni zum Vereinsvorsitzenden, Theo Flemisch zum
Spielleiter gewählt. Hermann Strauß ist zurückgetreten, weil in seiner
Amtszeit kein Spielleiter gefunden worden war. Weiterhin wird die Angliederung
einer Fechtgemeinschaft beschlossen und der Anschluss der Peterswörther Fußballer
genehmigt. Die Waldsportanlage wird für den Schulsport zur Verfügung gestellt. 1955
|