Die Zeit bis zum
Kriegsende
(1931 bis 1945)
1931
Der Sportbetrieb kann infolge der wirtschaftlichen
Rezession nur mit Mühe aufrechterhalten werden. Noch dazu haben sich in
Gundelfingen ein Arbeitersportverein und ein DJK-Sportverein etabliert. Ein
wichtiger Schritt für den Nachwuchs im FC gelingt mit der Aufstellung einer Schülermannschaft.
Das Geschäftsjahr wird dem Spieljahr angepasst.
Brauereibesitzer Nusser lässt auf seine Kosten
einen Umkleideraum am Sportplatz errichten.
1932
130 Jugendliche nehmen am vom FCG organisierten
Jugendsporttag des Süddeutschen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes in
Gundelfingen teil. Unter der hohen Arbeitslosigkeit leidet auch das
Vereinsleben.
1933
Auflösung der Vereine ASV und DJK durch Anordnung
der neuen Regierung. Auch der FC wird „gleichgeschaltet", die
ASV-Mitglieder kehren zurück, sodass die Mitgliederzahl wieder über 100
klettert. Der in der Generalversammlung am 22. Juli 1933 einstimmig gewählte 1.
Vorstand, Sebastian Behringer, wird von der Kreisleitung nicht anerkannt.
In der „Gleichschaltungsversammlung" am 16.
September 1933 bestimmt der Beauftragte der Partei, Margraf, Michael Hampp
zum 1. Vorstand.
1934
Sportlich kann man in diesen Jahren keine großen
Lorbeeren gewinnen, mit Ausnahme der zweiten Mannschaft, die Meister der 2.
Kreisklasse wird. Erfreulich ist die weitere Leistungssteigerung der Schülerelf.
Michael Hampp verlässt Gundelfingen.
1935
Karl Kössele wird am 23. März neuer
„Vereinsführer.
Aufnahme des Tischtennisklubs als Unterabteilung in
den FC durch den Beschluss in der Generalversammlung am 27. Juli. Durch
Streichung der beitragssäumigen Mitglieder ist die Zahl auf 81 gesunken.
1936
Das Olympiajahr bringt auch für den FC 1920
Gundelfingen neuen Aufschwung. In der Generalversammlung am 1. August wird
berichtet, dass sich die Mitgliederzahl wieder nahe der 100 bewege, der
Kassenstand mehr als 100 RM betrage und der Sportplatz am Pflanzgarten nicht
mehr den Anforderungen genüge.
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Sportplatz am Pflanzgarten mit der ersten Hütte. |
1937
Als einziger Kreisklassenvertreter Schwabens
erreicht der FC die 1. Hauptrunde im Pokal. Das in Gundelfingen ausgetragene
Spiel geht gegen den BC Augsburg, den ruhmreichen Vorgänger des heutigen FCA,
mit 0:9 verloren.
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| 0:9 verlor der FCG sein Pokalspiel gegen den BC Augsburg |
1938/39
Der FC erringt die Meisterschaft in der Kreisklasse
Nord, bleibt in den Aufstiegsspielen ungeschlagen und holt sich dadurch den
Titel „Schwäbischer Meister der Kreisklasse“ und steigt in die
Bezirksklasse Schwaben auf. Die Meisterschaftsfeier mit Ehrung der Mannschaft
findet am Ostersonntag in der überfüllten Turnhalle statt.
1939
In der Generalversammlung am 1. Juli kann vom
bisher erfolgreichsten Vereinsjahr berichtet werden: Aufstieg der 1. Mannschaft,
nahezu 150 Mitglieder und fast 500 RM in der Kasse. Angliederung einer
Frauengymnastik- und Leichtathletik-Abteilung werden beschlossen. Das 20-jährige
Jubiläum ist für Pfingsten 1940 vorgesehen.
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| Die Fußballer nach dem 2:0-Sieg gegen Thannhausen im Aufstiegsspiel zur Bezirksklasse
Nord. Der FCG wird Schwäbischer Meister der Kreisklasse mit (von links), Mayer, Süß, K. Wengenmayr, Lindenmayr I, Lindenmayr III, Lindenmayr II, Hegele, M. Wengenmayer, Fröhlich, Schretzmair, Flemisch und Vorstand Kössele. |
Die Meisterschaftsspiele der Bezirksklasse sollten
bereits am 27. August auf dem etwas vergrößerten Sportplatz beginnen. Der
Kriegsbeginn am 1. September verhindert dies. Ein Telegramm der Sportbehörde in
Augsburg bestätigt die Absage der Meisterschaftsrunde. Unsere durch
Einberufungen dezimierte Elf nimmt außer Konkurrenz an der noch erlaubten
Kreis- und später an der schwäbischen Meisterschaft teil.
1940
Es steht nur noch die 1. Mannschaft und die Jugend
im Spielbetrieb.
Der Vereinsausschuss beschließt am 24. Februar,
das 20-jährige Jubiläum auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.
Im 35. Lokalderby am 15. März wird Lauingen mit
9:2 deklassiert und acht Tage später auch Dillingen mit einer schweren
Niederlage von 12:0 abgefertigt. Im Lokalderby in Lauingen verliert die Erste
Mannschaft am 1. April 1:4.
Jubiläums-Waldlauf am 20. März, Sieger der
Hauptklasse wird Kaspar Mödl vom FC 1920 Gundelfingen.
Im März schlägt
die Reichssportführung die
Fusion aller Sportvereine in kleineren Orten vor. Bei einer Zusammenkunft
bejahen die Gundelfinger Sportvereine eine Fusion, die aber, wie bereits 1938,
nicht zustande kommt.
Hermann Gartner löst Karl Kössele am 8.
Juni, der einberufen worden ist, als Vereinsführer ab.
1940/41
Teilnahme an der Meisterschaftsrunde der
Donau-Vereine. Im Tschammer-Pokal erreicht die durch Soldaten komplettierte
Gundelfinger Elf mit einem 2:0-Sieg gegen Post SV Augsburg die 1. Hauptrunde, in
der in einem denkwürdigen Pokalkampf gegen Schwaben Augsburg erst nach Verlängerung
mit 4:5 verloren wird.
Das 20-jährige Jubiläum wird am 29. und 30. März
im festlich dekorierten Sonnensaal mit einem Festabend nachgeholt. Den
musikalischen und humoristischen Teil des Abends übernehmen die hier
einquartierten Soldaten.
Teilnahme an der Deutschen Vereinsmeisterschaft der
Leichtathletik in Lauingen. Es wird der 1. und 3. Platz belegt. Wie bereits im
Vorjahr, werden den im Felde stehenden Mitgliedern Päckchen und Kartengrüße
gesandt. Mehrere Mitglieder müssen an der Front ihr Leben lassen.
1941
Der FCG gehört zu den 25 Vereinen in Schwaben, die
noch einen geregelten Sportverkehr aufrecht hielten. In der Gruppe Donau werden
die Grün-Weißen mit 15:1 Punkten Meiser vor Dillingen, Günzburg, Burgau und
Offingen.
Bumbas Schmidt, Verbandssportlehrer und erfahrener
Altinternationaler, trainiert an vier Samstagen mit den noch in der Heimat
befindlichen Gundelfinger Sportlern.
Das Trio Hermann Gartner (Vorsitzender), Theo
Flemisch (sportlicher Leiter) und Edelbert Reile sen. (Kassenwesen) halten das
Vereinsleben in Gang.
1942
Tischtennis-Werbeveranstaltung am 12. April mit der
Gau-Auswahl in der Turnhalle.
1942/43
Im Gaugruppen-Wettbewerb landet der FCG hinter dem
BC Augsburg auf dem zweiten Platz.
Berta Flemisch wird in Augsburg Gaumeisterin in der
Tischtennis-B-Klasse.
1943/44
Aus Spielermangel finden in Schwaben keine
Meisterschaftswettbewerbe mehr statt. In Gundelfingen werden weiterhin
Freundschaftsspiele ausgetragen. Überwiegend Soldaten aus dem Medlinger
Lazarett und Jugendliche bilden dabei die Mannschaft.
1944
Im Mai findet die Tischtennis-Kreismeisterschaft in
der Turnhalle statt. Der FC Gundelfingen stellt mit Theo Flemisch den Einzel-,
zusammen mit seiner Frau Berta auch im gemischten Doppel die Kreismeister. Das
Jugenddoppel W. Haas/H. Hörger wird Vizemeister.
1944/45
Der Verband schreibt wieder eine
Meisterschaftsrunde aus. Unter unvorstellbaren Schwierigkeiten – Spiele werden
abgesagt und Vereine treten nicht an – wird der Spielbetrieb fortgeführt. Das
letzte Spiel vor Ende des Krieges wird gegen Lauingen mit 3:1 gewonnen und damit
der Gruppensieg errungen.
Mit der Mannschaft Flemisch, L. Ziegler, W. Haas,
Tilmann und Pagoda wird die nordschwäbische
Tischtennis-Mannschaftsmeisterschaft errungen.
1945
Die ausgeschriebene Mannschaftsrunde kann nicht mehr durchgeführt werden, die
sportlichen Aktivitäten müssen durch die Kriegsereignisse zwangsläufig
eingestellt werden. Der FC Gundelfingen gehört zu den wenigen Vereinen in
Schwaben, die den Sportbetrieb fast bis Kriegsende fortführen. Dies ist
ausschließlich dem unermüdlichen Einsatz und Erfindungsgeist von Theo Flemisch
zu verdanken.